Bauschaden-Atlas Marktredwitz

Welche Bauschäden auftreten, hängt in Marktredwitz stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Marktredwitz dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.

Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.

Bauepochen und Schäden in Marktredwitz im Überblick

StadtteilBauepocheBausubstanzHäufigster Schaden
InnenstadtKlassizistischer Wiederaufbau nach den Stadtbränden von 1822 und 1836, Gründerzeit nach 1870Geschlossene Häuserzeilen um den Markt, überwiegend zweigeschossige, verputzte Massivbauten aus dem Wiederaufbau der Jahre um 1835 bis 1840 mit klassizistischen Fassaden. Dazu Bauten der Gründerzeit nach 1870. Sockel, Gewände und Treppen bestehen häufig aus Granit aus dem Fichtelgebirge, dahinter liegen Bruchsteinmauerwerk und Gewölbekeller.Aufsteigende Feuchte in den Erdgeschossen der klassizistischen Häuserzeilen, weil in den Bruchstein- und Granitsockeln keine Horizontalsperre liegt
DörflasHistorischer Ortskern des 17. bis 19. Jahrhunderts, Gewerbe- und Wohnbau des 20. Jahrhunderts, Neubauten der GegenwartAlter Ortsteil an der Furt über die Kössein, 1939 eingemeindet. Handwerklich geprägt durch Brauhaus, Gerberei und Webereien, dazu das 1609 ausgebaute Schloss Dörflas. Heute mischen sich Wohnhäuser, Bahn- und Gewerbeflächen. Auf dem ehemaligen Benker-Areal entsteht ein neues Quartier mit Wohn-, Geschäfts- und Verwaltungsbauten.Feuchte Keller und durchnässte Sockel in Kössein-Nähe, weil die alten Bauten keine wirksame Abdichtung haben und der Grundwasserstand hoch steht
Oberredwitz18. und 19. Jahrhundert, ergänzt um Wohnbau nach 1950Einer der ältesten und größten Ortsteile westlich der Innenstadt, früher markgräfliches Rittergut. Erhalten ist die Heilig-Geist-Kirche mit Kanzelaltar aus dem frühen 18. Jahrhundert, das Rittergut wurde im 19. Jahrhundert zur Brauerei umgebaut. Verputzte Massivbauten, Wohnstallhäuser, Scheunen und Wirtschaftsgebäude aus Bruchstein und Granit, daran anschließend jüngere Wohnbebauung.Durchfeuchtete Bruchsteinmauern in den ehemaligen Stall- und Wirtschaftsteilen der Bauernhäuser, die früher Erdanschluss hatten
LorenzreuthHistorischer Dorfkern mit Bauten des 15. bis 18. Jahrhunderts, Industriebau des 19. Jahrhunderts, Gewerbe der GegenwartKirchdorf im Nordosten der Stadt an der Röslau, 1978 eingemeindet, rund 990 Einwohner. Zwei Schlösser an der Brückenstraße, das ältere aus dem 15. und 16. Jahrhundert, eine Steinbrücke über die Röslau aus dem 18. Jahrhundert und die Göschelmühle mit erhaltenem Mahlwerk. Im 19. Jahrhundert kam Textilindustrie dazu, heute liegen hier zwei große Gewerbegebiete zwischen zwei Bahnstrecken.Feuchte Keller und Bodenplatten in der Röslauaue, besonders bei hohen Wasserständen nach Schneeschmelze und Starkregen
BrandSpätmittelalterlicher Kern, Fachwerk und Massivbau des 16. bis 19. Jahrhunderts, Industriebau des 19. und 20. JahrhundertsOrtsteil östlich der Innenstadt mit rund 1000 Einwohnern, 1978 eingemeindet. Das Ortsbild bestimmen die spätmittelalterliche Kirche St. Margarethe und das Schloss Brand auf einer Anhöhe, dessen Turm ein Spitzdach trägt und das Fachwerkteile aufweist. Dazu kommen ehemalige Hofstellen und die Gebäude der früheren Weberei Weber und Ott.Gefachrisse, ausgewaschener Kalkputz und offene Fugen am Fachwerk von Schloss und alten Hofgebäuden

Die Stadtteile im Einzelnen

Welche Bauschäden sind in Innenstadt typisch?

In Innenstadt dominiert Geschlossene Häuserzeilen um den Markt, überwiegend zweigeschossige, verputzte Massivbauten aus dem Wiederaufbau der Jahre um 1835 bis 1840 mit klassizistischen Fassaden. Dazu Bauten der Gründerzeit nach 1870. Sockel, Gewände und Treppen bestehen häufig aus Granit aus dem Fichtelgebirge, dahinter liegen Bruchsteinmauerwerk und Gewölbekeller. aus der Zeit Klassizistischer Wiederaufbau nach den Stadtbränden von 1822 und 1836, Gründerzeit nach 1870. Der häufigste Schaden ist aufsteigende Feuchte in den Erdgeschossen der klassizistischen Häuserzeilen, weil in den Bruchstein- und Granitsockeln keine Horizontalsperre liegt. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Aufsteigende Feuchte in den Erdgeschossen der klassizistischen Häuserzeilen, weil in den Bruchstein- und Granitsockeln keine Horizontalsperre liegt
  • Frostabplatzungen und offene Fugen an Granitsockeln, Außentreppen und Gewänden durch die vielen Frost-Tau-Wechsel im Fichtelgebirge
  • Fäulnis an den Balkenköpfen der Holzbalkendecken, die in den durchfeuchteten gemeinsamen Brandwänden der Reihenbebauung auflagern
  • Durchgehende Risse an den Trennwänden der geschlossenen Häuserzeilen, weil benachbarte Gebäude unterschiedlich tief gegründet sind und sich unterschiedlich setzen

Postleitzahl 95615.

Welche Bauschäden sind in Dörflas typisch?

In Dörflas dominiert Alter Ortsteil an der Furt über die Kössein, 1939 eingemeindet. Handwerklich geprägt durch Brauhaus, Gerberei und Webereien, dazu das 1609 ausgebaute Schloss Dörflas. Heute mischen sich Wohnhäuser, Bahn- und Gewerbeflächen. Auf dem ehemaligen Benker-Areal entsteht ein neues Quartier mit Wohn-, Geschäfts- und Verwaltungsbauten. aus der Zeit Historischer Ortskern des 17. bis 19. Jahrhunderts, Gewerbe- und Wohnbau des 20. Jahrhunderts, Neubauten der Gegenwart. Der häufigste Schaden ist feuchte Keller und durchnässte Sockel in Kössein-Nähe, weil die alten Bauten keine wirksame Abdichtung haben und der Grundwasserstand hoch steht. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Feuchte Keller und durchnässte Sockel in Kössein-Nähe, weil die alten Bauten keine wirksame Abdichtung haben und der Grundwasserstand hoch steht
  • Altlastenverdacht auf ehemaligen Gewerbe- und Fabrikflächen, weshalb Bodenaushub vor Umbau und Neubau untersucht werden muss
  • Setzungen von Neubauten auf ehemaligen Gewerbeflächen, wo Auffüllungen und alte Fundamentreste ungleichmäßig tragfähig sind
  • Schwellenfäule und geschädigte Deckenbalken in den ehemaligen Handwerkerhäusern und ihren Nebengebäuden

Postleitzahl 95615.

Welche Bauschäden sind in Oberredwitz typisch?

In Oberredwitz dominiert Einer der ältesten und größten Ortsteile westlich der Innenstadt, früher markgräfliches Rittergut. Erhalten ist die Heilig-Geist-Kirche mit Kanzelaltar aus dem frühen 18. Jahrhundert, das Rittergut wurde im 19. Jahrhundert zur Brauerei umgebaut. Verputzte Massivbauten, Wohnstallhäuser, Scheunen und Wirtschaftsgebäude aus Bruchstein und Granit, daran anschließend jüngere Wohnbebauung. aus der Zeit 18. und 19. Jahrhundert, ergänzt um Wohnbau nach 1950. Der häufigste Schaden ist durchfeuchtete Bruchsteinmauern in den ehemaligen Stall- und Wirtschaftsteilen der Bauernhäuser, die früher Erdanschluss hatten. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Durchfeuchtete Bruchsteinmauern in den ehemaligen Stall- und Wirtschaftsteilen der Bauernhäuser, die früher Erdanschluss hatten
  • Befall der alten Dachstühle und Scheunen durch Hausbock und Nagekäfer
  • Feuchtestau im Mauerwerk, weil historische Kalkputze nachträglich mit dichten Zementputzen überarbeitet wurden
  • Schimmel und Bauteilfeuchte bei der Umnutzung von Brauerei-, Stall- und Scheunengebäuden zu Wohnraum

Postleitzahl 95615.

Welche Bauschäden sind in Lorenzreuth typisch?

In Lorenzreuth dominiert Kirchdorf im Nordosten der Stadt an der Röslau, 1978 eingemeindet, rund 990 Einwohner. Zwei Schlösser an der Brückenstraße, das ältere aus dem 15. und 16. Jahrhundert, eine Steinbrücke über die Röslau aus dem 18. Jahrhundert und die Göschelmühle mit erhaltenem Mahlwerk. Im 19. Jahrhundert kam Textilindustrie dazu, heute liegen hier zwei große Gewerbegebiete zwischen zwei Bahnstrecken. aus der Zeit Historischer Dorfkern mit Bauten des 15. bis 18. Jahrhunderts, Industriebau des 19. Jahrhunderts, Gewerbe der Gegenwart. Der häufigste Schaden ist feuchte Keller und Bodenplatten in der Röslauaue, besonders bei hohen Wasserständen nach Schneeschmelze und Starkregen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Feuchte Keller und Bodenplatten in der Röslauaue, besonders bei hohen Wasserständen nach Schneeschmelze und Starkregen
  • Fäulnis an Holzbalken, Schwellen und Sparrenfüßen der Mühlen- und Wirtschaftsgebäude im dauerhaft feuchten Uferbereich
  • Erschütterungsrisse an Wohnhäusern entlang der Bahnstrecken und der Zufahrten zu den Gewerbegebieten
  • Gealterte Abdichtungen auf den Flachdächern der Hallen sowie Korrosion an Stahlbindern und Anschlussblechen

Postleitzahl 95615.

Welche Bauschäden sind in Brand typisch?

In Brand dominiert Ortsteil östlich der Innenstadt mit rund 1000 Einwohnern, 1978 eingemeindet. Das Ortsbild bestimmen die spätmittelalterliche Kirche St. Margarethe und das Schloss Brand auf einer Anhöhe, dessen Turm ein Spitzdach trägt und das Fachwerkteile aufweist. Dazu kommen ehemalige Hofstellen und die Gebäude der früheren Weberei Weber und Ott. aus der Zeit Spätmittelalterlicher Kern, Fachwerk und Massivbau des 16. bis 19. Jahrhunderts, Industriebau des 19. und 20. Jahrhunderts. Der häufigste Schaden ist gefachrisse, ausgewaschener Kalkputz und offene Fugen am Fachwerk von Schloss und alten Hofgebäuden. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Gefachrisse, ausgewaschener Kalkputz und offene Fugen am Fachwerk von Schloss und alten Hofgebäuden
  • Starke Schlagregen- und Frostbelastung der exponiert auf der Anhöhe stehenden Bauten, mit Frostabplatzungen an Sockeln und Gesimsen
  • Aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen im Bruchsteinmauerwerk von Kirche und Nebengebäuden
  • Schäden an den früheren Werksgebäuden der Weberei, etwa gerissene Sheddächer, korrodierte Stahlbinder und undichte Oberlichter

Postleitzahl 95615.

Was die Bausubstanz von Marktredwitz prägt

  • Die Stadtbrände von 1822 und 1836 haben den historischen Bestand geprägt: Am Markt steht überwiegend klassizistische Wiederaufbausubstanz aus der Zeit um 1835 bis 1840 sowie Bebauung nach 1870. Mittelalterliche Substanz ist kaum erhalten.
  • Granit aus dem Fichtelgebirge dient als Sockel-, Gewände- und Treppenmaterial. Zusammen mit dem rauen, niederschlagsreichen Klima und vielen Frost-Tau-Wechseln führt das häufig zu Frostabplatzungen, Absprengungen und ausgewaschenen Fugen.
  • Altlasten aus der Industriegeschichte: Die Chemische Fabrik Marktredwitz produzierte fast 200 Jahre lang Quecksilberverbindungen und wurde 1985 stillgelegt. Boden, Bausubstanz und die Sedimente von Kössein und Röslau waren belastet, es folgten großflächige Sanierungen. Bei Erdarbeiten im Umfeld sind Bodenuntersuchungen deshalb üblich.
  • Kössein und Röslau durchziehen das Stadtgebiet. In den Talauen stehen Keller und Bodenplatten unter hoher Bodenfeuchte, Hochwasser sind ein wiederkehrendes Thema.
  • Zahlreiche eingemeindete Dörfer bringen landwirtschaftliche Bausubstanz mit. Wohnstallhäuser, Scheunen und Ställe werden zu Wohnraum umgebaut, häufig ohne belastbares Feuchtekonzept.

Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet

Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.

Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.